Den Burnout gibt es nicht. Man wacht nicht eines Tages auf und bemerkt den Burnout.

Burnout ist ein Prozess

Der Burnout Prozess, das Burnout Syndrom verläuft über Jahre. Oft fängt es recht positiv an: Du bist leistungs- und leidensbereit, hast Erfolg. Du bist immer für alle da, kannst höher-schneller-weiter als all die anderen. Dein Umfeld bewundert Dich dafür, was Du alles schaffst und das stachelt Dich an. Du bist motiviert noch besser zu werden, noch mehr zu machen, noch mehr zu leisten. Es macht unglaublich viel Spaß, Du liebst was Du tust und der Erfolg gibt Dir recht. Erste körperliche Warnsignale kannst Du gut ignorieren. Du machst weiter … und immer weiter. Bis irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem nichts mehr geht, egal wie sehr Du es willst.

Die 12 Stufen des Burnout Syndroms

Die Herren Freudenberger & North haben 1992 den Verlauf des Burnout Syndroms in 12 Stufen aufgeteilt.

Die Skala beginnt bei 1 mit dem Zwang sich zu beweisen und endet bei 12 mit der völligen Burnout-Erschöpfung, was so viel bedeutet wie: Lebensgefährliche geistige, körperliche und emotionale Erschöpfung, angegriffenes Immunsystem, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm Erkrankungen, Selbstmordgefahr. 

So wie es nicht den Burnout gibt, so gibt es auch nicht die Burnout-Persönlichkeit. In der Regel kommen viele Dinge zusammen und ein Teil davon liegt im Außen, also zum Beispiel in ungünstigen Arbeitsbedingungen und anderen Einflussfaktoren. Es gibt aber Charaktereigenschaften und Denk-/ Verhaltensweisen, welche die Chance auf ein Fortschreiten eines Burnout Prozesses deutlich erhöhen.

6 typische Glaubenssätze des Burnout Syndroms näher betrachtet.

1. Ich bin/ Es ist nicht gut genug.

Dein größter Kritiker lebt in Dir. Gerne sitzt er auf Deiner Schulter und lässt Dich spüren, dass das was Du bist oder tust oder planst einfach nicht gut genug ist. Du musst mehr geben, mehr arbeiten, mehr kontrollieren und mehr korrigieren als all die anderen. Denn: Du hast es einfach nicht drauf. Du bist zu schlecht. Du bist zu dumm. Du hast nicht genug gelernt. Nicht genug geliefert, nicht genug geleistet und es kann gar nicht sein, dass es für Dich mal leicht geht.

Das Pareto Prinzip kann und darf für Dich nicht gelten. Das lässt Dein Kritiker nicht zu. Auch 100 Prozent sind nicht genug. Du lieferst 120 Prozent. Mindestens. Immer.

2. Ich habe keine Zeit für Ausgleich.

Zitat meiner Oma:Wer viel arbeitet muss gut essen. “ Klingt logisch. Ein Körper der viel leisten soll, der sollte mit guten Nährstoffen gefüttert werden, damit er genug Energie hat. Zudem braucht so ein Körper regelmäßige Bewegung und auch mal Regenerations- also Entspannungsphasen, um gesund zu bleiben.

Oder kurz: Der perfekte Ausgleich zu einem stressigen Alltag beinhaltet eine gute, nährstoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und auch mal Zeiten der körperlichen und geistigen Entspannung.

Ich höre Dich seufzen, denn eigentlich weißt Du es ja. Aber wann zum Geier sollst Du das denn alles machen?

Gegessen wird irgendwann, irgendwas zwischendurch. Wenn Sport stattfindet, dann auf (zu) hohem Niveau. Auch hier möchtest Du Leistung zeigen und Bewunderung einfahren- Ausgleich ist das nicht, nur zusätzlicher Stress.

Entspannung?! Keine Chance. Selbst wenn Du die Zeit hättest, Dein Kopf arbeitet – immer. Du kannst Dich gar nicht entspannen, Du hast es sogar schon probiert, aber das ist nichts für Dich.

3. Eine Bitte abzulehnen ist egoistisch.

Ein „Nein“ zu anderen könnte bedeuten, dass man enttäuscht von Dir ist, Dich nicht mehr liebt und/ oder Dich für schwach hält. Außerdem bleibt die Frage, wer wenn nicht Du sollte es denn tun?!

Es tut  gut gebraucht zu werden. Man kann die anderen nicht im Regen stehen lassen. Es wäre ganz schön egoistisch eine Bitte abzuweisen, nur weil Du Dich ein bisschen erschöpft fühlst.

Zusätzlich zu all Deinen eigenen Brocken, die Du jeden Tag mit Dir herumschleppst, nimmst Du all die Pakete der anderen auch noch mit. Du bist schon überladen und weißt nicht, wie Du all das stemmen sollst, aber wenn man Dich fragt, bist Du da und hilfst.

Du kannst das. Du schaffst das. Alles.

4. Von Nichts kommt nichts

Wer etwas erreichen will, muss sich anstrengen. Wenn es nicht läuft, man nicht in den „Flow“ kommt, dann muss man sich mehr anstrengen. Nur die Harten kommen in den Garten. Ohne Fleiß kein Preis. Also schuftest Du für den Erfolg und für die Anerkennung, denn das ist wichtig und unbedingt notwendig.

Wenn es sich leicht anfühlt, dann gibst Du nicht genug.

So bist Du immer als erstes im Büro und gehst als letztes. Zeigst immer vollen Einsatz. Bist voll da. Mitarbeiter wie Dich wünscht sich jeder Arbeitgeber. Glaubst Du … und manch Arbeitgeber glaubt das leider auch.

5. Ich muss!

Du musst. Weil es sonst niemand tut. Weil es Deine Pflicht ist. Weil eine*r es ja machen muss. Weil Du das Geld einbringen und die Familie versorgen musst. Weil sonst alles im Chaos versinkt. Weil vor der Kür immer die Pflicht kommt. Weil es wichtig ist, dass alles fertig ist Weil es ja nicht sein kann, dass Du rumsitzt, während noch Krümel auf dem Boden liegen … und was sollen denn sonst auch die Nachbarn, Kollegen, Kunden – also alle anderen von Dir denken, wenn sie Deine Faulheit sehen?!

Du musst. Da führt kein Weg dran vorbei und das lässt Du Dir auch nicht ausreden.

6.  Medikamente heilen.

Dein Körper streikt. Es zeigen sich Symptome wie zunehmende Erkältungen, Verdauungsprobleme, Bluthochdruck, diffuse Schmerzen, Autoimmunerkrankungen, Schlafstörungen oder anderes. Selbstverständlich ignorierst Du die Symptome, so lange es geht. Eine Erkältung hält Dich nicht von der Arbeit ab. Du hasst Deinen Körper für seine Zickerei, aber irgendwann führt Dich Dein Gang zum Arzt. Dann nimmst Du Medikamente, welche Dich heilen sollen. An Dir beziehungsweise Deinem Umgang mit Dir selbst liegt es ja ganz sicher nicht, wenn es Dir schlecht geht. Würde Dein Körper funktionieren, dann wäre alles gut, denn: Du liebst ja was Du tust und außerdem: Du musst …

Überspitzte Darstellung?

Ja und nein. Ich habe mir keinen dieser Glaubenssätze ausgedacht. Kenne sie alle so oder so ähnlich von mir selbst und anderen Frauen, die sich auf einer beliebigen Stufe des Burnout Prozesses befinden. Natürlich trifft das alles nicht so auf alle zu. Natürlich könnte man diese Liste auch noch beliebig erweitern. Natürlich ist es an der ein oder anderen Stelle ein kleines bisschen überzogen … Aber realistisch ist die Darstellung.

Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie sich bereits inmitten eines Burnout Syndroms befinden.

Wenn Du Dich an der einen oder anderen Stelle wiedererkannt hast, dann darfst Du Dich mal ein bisschen genauer beobachten. Was musst Du obwohl es von außen betrachtet nun wirklich nicht überlebenswichtig ist? Wo sagst Du „Ja“ obwohl Du vielleicht „Nein“ sagen solltest? An welcher Stelle brüllt Dein innerer Kritiker, es sei wieder nicht genug obwohl Du schon über 100 Prozent bist? Welche körperlichen Probleme sind eventuell auf Stress zurückzuführen und könnten behoben werden, wenn Du fürsorglich für Dich sorgen würdest?

Auf welcher Stufe des Burnout Syndroms befindest Du Dich? 

Gerne berate und begleite ich Dich bei Deinem Ausstieg aus dem Burnout Prozess. Melde Dich sehr gerne bei mir und lass uns über die Möglichkeiten sprechen.

Hier findest Du meine Kontaktdaten.