Wie sinnvoll ist Kalorienzählen zur Gewichtskontrolle?

Ich werde immer wieder mit der Fragestellung konfrontiert ob es fürs reine Abnehmen nicht egal sei was man isst. Schliesslich käme es doch auf die Kalorienbilianz an und nicht darauf, woraus sich die Kalorien nun zusammensetzen.

Meine Antwort darauf ist ein klares: Ja, ABER…

Natürlich ist es zunächst mal egal, woraus sich die Energie zusammensetzt, die wir unserem Körper zuführen. Solange wir mehr verbrauchen, als wir aufnehmen, werden wir Gewicht verlieren. Zum Zwecke der reinen Abnahme ist es von daher absolut auch mal sinnvoll Kalorien zu zählen, allein schon um mal einen Überblick zu haben, was man so zu sich nimmt.

Aber der Blick alleine auf die Kalorien führt nicht automatisch zu einer gesunden Ernährung.

Ich selbst, habe in -früheren, eßgestörten Zeiten- abgenommen, während ich mich fast ausschliessich von Schokolade ernährt habe. Ging es mir in der Zeit gut? NEIN! Ich wurde stetig schwächer, hatte keine Konzentration mehr, von Leistungsfähigkeit mal ganz zu schweigen. Ich war zwar dünn, aber nicht fit und gut aussehen geht auch anders.

Klar, das Beispiel ist extrem. Es dürfte sich jedem von selbst erklären, dass eine Schokoladendiät nicht die tollste Idee ist. Aber es verdeutlich, dass ein reines Kaloriendefizit, wie es bei FdH (Friss die Hälfte) angewandt wird, einfach zu kurz gedacht ist.

Wollen wir schlank UND fit sein, dann ist es eben nicht egal woraus wir Energie beziehen. Stellen wir ein Kaloriendefizit her, ist es notwendig die Makro- und Mikronährstoffe im Auge zu behalten, um hier nicht in eine Mangelversorgung zu geraten, die zu verschiedenen Problemen führen kann.

Ausgewogenheit muss das Ziel sein.

Dabei gilt, je bunter das Essen, umso größer die Chance, dass man alles auf dem Teller hat was man so braucht. Legt man dann noch ein Augenmerk auf ausreichende Proteinversorgung um Muskelabbau entgegenzuwirken, dann wird es gut und wenn man dann noch zugunsten der Proteine, die Kohlenhydrate reduziert und bei den Fetten darauf achtet, dass diese ausreichend vorhanden und aus guter Quelle sind, dann wird langsam ein wunderbar rundes Wohlfühlpaket draus, welches keine Diät, sondern langfristig angelegte Ernährungsumstellung ist.

Warum sind Proteine wichtig und Kohlenhydrate schlecht?

Kohlenhydrate (KH) sind per se nicht schlecht! Ein Vollkornbrot ist zum abnehmen besser als ein fettiges Schweineschnitzel. Nur essen wir in der Regel viel mehr KH, als wir brauchen und wie so oft macht die Dosis und in diesem Fall auch die Art der Kohlenhydrate das Gift.

Kurzkettige KH treiben den Blutzucker und damit den Insulinspiegel in die Höhe. In Folge des hohen Insulinspiegels fällt der Blutzuckerspiegel wieder ab, wir spüren Heisshunger und essen sehr viel früher und in Summe sehr viel mehr als gut für uns ist. Bei langkettigen Kohlenhydraten haben wir das gleiche Spiel, nur geht es etwas langsamer vorran.

Proteine und gute Fette halten uns lange satt, Blutzucker und Insulinspiegel bleiben ruhig. Sie beugen dem Muskelabbau vor, helfen in Kombination mit Sport beim Muskelaufbau, was dann wieder den Grundumsatz erhöht, denn eine Muskelzelle braucht viel Energie und das Tollste an Proteinen: Ungefähr ein Viertel der durch Proteine aufgenommen Energie wird für die Verstoffwechslung benötigt. Sprich: Von 100 kcal Protein, stehen dem Körper unterm Strich nur rund 75 kcal zur Verfügung. Bei Kohlenhydraten und Fetten sind es nur etwa 5% der aufgenommen kcal, die bei der Verstoffwechslung verbraucht werden.

Und spätestens bei diesen Zahlen sollte klar werden, dass eine Kalorie eben nicht einfach eine Kalorie ist und das es sehr wohl auch darauf ankommt was man isst.

Meine Empfehlung lautet also ganz klar:

Nicht einfach Kalorien zu zählen sondern das Augenmerk auf ausreichend Proteine (2g./ kg Normalgewicht/ Tag) und gesunde Fette (1g/ kg Normalgewicht) z.B. aus guten Ölen und Nüssen zu legen und die Kohlenhydrate eher unter ferner liefen einzuordnen bzw. aus buntem Gemüse, statt aus farblosen Nudeln und Kartoffeln zu beziehen, dann ist auch noch die Mikronährstoffversorgung miteinbezogen und das Ganze wird wunderbar rund.

 


 

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