Heute wollte ich laufen. Nein, eigentlich wollte ich gestern laufen, aber dann war dieses und dann jenes und dann war ich zu kaputt und das Wetter so schlecht. Also war ich gestern nicht laufen.

Heute wollte ich auch nicht laufen. Weil, das Wetter ist noch schlechter, die Beine sind müde, der Rest auch und wenn ich genau in mich hineinhorchte, dann tat auch das Knie ein klitzekleines bisschen weh.

Dennoch zog ich mir Laufklamotten an, weil ich mittlerweile weiss, dass Nichtlaufen auch keine Lösung ist. Es verschlimmert Trägheit und allgemeines Unwohlsein  nur.

So saß ich also in Laufklamotten neben der Tochter im Auto, sie fuhr zur Schule, ich bin die Fahrbegleitung fürs noch 17jährige Kind und quengelte vor mich hin. Kalt, es regenet, im Wald ist es matischig, es ist dunkel ich will nicht, ich glaub ich laufe doch nicht. Die Tochter meinte, ich könnte doch auf dem Sportplatz laufen, ich wollte aber nicht im Kreis laufen, aber das hätte ich doch früher ständig getan meint das Kind, ja aber…mimimi…

Ende vom Lied: Das Auto wurde geparkt, die Tochter marschierte zur Schule, ich lief im Slalom durch Schülergruppen zum Sportplatz. Es war dunkel, es war kalt, es schneeregnete, aber ich lief.  Von nichts kommt nichts und sie hatte ja recht. Früher, als ich noch den Marathon als Ziel hatte, hätte mich all das auch nicht aufgehalten. Also spricht auch heute nichts dagegen.

Ich lief erst drei Runden gemütlich im Kreis. Dann wurde es mir zu langweilig und ich fing an jeweils auf den Geraden zu sprinten und in den Kurven langsam zu traben. Das wollte ich mal eine Runde machen und dann wieder locker laufen… aber das machte so einen Spaß und tat so gut und es störte mich nun auch nicht, dass es mittlerweile dicke dichte Flocken schneite und die Flocken mir regelmässig in die Augen schneiten.

Mal wieder das Ende der Geraden fokussieren, mal wieder die Beine nach hinten raus lang durchstrecken, mal wieder rennen und ans Limit gehen. Intervalle auf der Bahn laufen, ich wusste gar nicht, dass ich das so vermisst hatte!

Es wurden dann 5 Runden, also 10 Sprints in Geschwindigkeiten zwischen 4:27 und 4:49/km. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Beine noch zu so viel Tempo überreden kann. Auch wenn es nur für jeweils 100m war und mehr auch nicht gegangen wäre, ich bin begeistert und mehr als happy.

Danach lief ich noch 2 Runden locker aus und zurück zum Auto, so dass dann am Ende aus *Ich will nicht laufen!“ noch 5,5km wurden, die mir trotz müdekaltdoof bzw genau deswegen so richtig guttaten.

Im Auto dann die Sitzheizung und das Gebläse an um nicht auszukühlen. Zu Hause erst lang und heiss duschen -nie ist eine heisse Dusche so toll, wie nach einem Winterlauf- zum Abschluß Beine und Arme eiskalt abduschen, schnell abtrocknen und anziehen und dann einen Frühstücksshake aus Banane, Avocado, Kakao und Proteinshake geniessen.

Manchmal braucht es einen Tritt, weil der innere Schweinehund zu stark ist um eigenständig besiegt zu werden,  aber wenn man sich treten und somit helfen lässt, dann geniesst man das Gefühl der Unbesiegbarkeit, wenn man es getan hat. Für heute kann mich nichts mehr erschüttern, der Tag ist mein und Endorphine sind cooles Zeug  🙂

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